Gastpost: Die Geheimnisse indischer Gewürze

Meine Kollegin Julia versteht nicht nur eine Menge von Wein (sie und ihr Mann sind die Veranstalter von Wine o’ Clock), sondern sie ist auch eine passionierte Läuferin und Köchin. Julias Spezialgebiet ist die indische Küche – was lag also näher, als mal freundlich anzufragen, ob sie nicht Lust hat einen Gastbeitrag für diesen Blog zu schreiben.

Zu meiner großen Freunde hatte sie Lust und das Ergebnis lest Ihr nun hier! 🙂

Sit back, enjoy and get hungry!

***

Geschafft! Ich habe den vergangenen Herbst und Winter ohne Erkältung, ohne Grippe überstanden. Und das bei der Eiseskälte! Ich schreibe das zum Teil der Tatsache zu, dass ich mindestens dreimal wöchentlich laufen gehe. Aber den anderen Teil verdanke ich den Kräften indischer Gewürze. Mindestens einmal in der Woche gibt es bei mir ein indisches Curry. (Links zu tollen Rezeptseiten und Buchtipps gibt’s ganz unten.)

Daal, Möhrensalat, South Indian Pepper Chikken und Naan-Brot

Chicken Tikka Masala, Raita, Möhrensalat und Broccoli im neuen Thali Geschirr

Dabei muss es nicht immer so aufwändig sein wie auf den Bildern. Hier ist das Rezept für mein Lieblings-Daal. Geht schnell, kann prima eingefroren und aufgewärmt werden:

300 gr rote Linsen (gibt’s in jedem Asia-Shop – müssen nicht quellen)

2 EL Ghee oder neutrales Pflanzenöl

Ca. 1 Liter Bio-Gemüsebrühe (ist ohne Glutamat) oder Wasser

Gewürze: ½ TL gemahlener Kurkuma, ¼ TL Chilipulver, ½ Paprikapulver, ½ TL gemahlener Kreuzkümmel, 1 TL Garam Masala, 1 Lorbeerblatt

Linsen abwaschen, abtropfen lassen. Alle gemahlenen Gewürze in Ghee anrösten. Linsen dazu und andünsten. Ca. 1 l Gemüsebrühe sowie Lorbeerblatt dazugeben, zugedeckt ca. 20 min köcheln. Ab und zu umrühen. Falls das Daal zu dick ist: noch etwas Wasser oder Brühe zugeben. Ist es zu dünn: aufgedeckt die Flüssigkeit reduzieren lassen. Am Ende das Daal mit Garam Masala abschmecken. Aber Vorsicht: Garam Masala sollte nicht mehr mitkochen, sonst wird es bitter. Ideal als Beilage: Chapati oder Naan. Die indischen Fladenbrote gibt es im Supermarkt oder Asiashop zu kaufen.

Garam Masala macht man am besten selber: Samen aus 15 Kardamomkapseln, 2 EL Kreuzkümmelsamen, 2 EL Korianderkörner, 2 TL schwarze Pfefferkörner, 1 TL Gewürznelken, 3 Stücke Zimtrinde und ¼ TL Muskatblüte mörsern.

Der Vorteil selbstgemachter Gewürzmischungen ist der, dass man sie frisch und nach Geschmack schärfer zubereiten kann. Außerdem weiß man so, was drin ist. Herkömmliche Mischungen sind leider oft minderwertig. Wer einmal an Tüten-Currypulver und an selbstgemachtem gerochen hat, weiß wovon ich rede.

Meine Lieblings-Curry-Mischung besteht aus 6 EL Koriandersamen, 3 EL Kreuzkümmelsamen, 1 TL Fenchelsamen und ½ TL Bockshornkleesamen. Alles in einer kleinen Pfanne ohne Öl anrösten. Die Gewürze mit 3 getrockneten roten Chilis, 3 Gewürznelken, ¼ TL Kardamomsamen, 1 Zimtstange und 2 getrockneten Curryblättern zermörsern oder in einer Küchenmaschine mahlen. Durch Kurkumapulver wird es übrigens schön gelb! (Kurkuma wird aus der Wurzel gewonnen. Hier lohnt die Eigenherstellung wirklich nicht.)

Aber was ist so gesund an indischem Essen?

  • Die Bedeutung von Ingwer kennt ja mittlerweile fast jeder: Ingwer hilft gegen Erkältungen, Muskelschmerzen, Übelkeit oder Krämpfe. Ein echtes Allround-Talent!
  • Chilischoten haben Vitamin C, Provitamin A und Capsaicin. Letzteres sorgt für die Schärfe. Es ist z.B. in Cremes gegen Muskelzerrungen enthalten. Außerdem tötet es Bakterien ab. Durch ein scharfes Essen kann man die positiven Eigenschaften auch innerlich anwenden.
  • Ingwer und Chili – am besten noch zusammen mit Zimt – entfachen ein richtiges Feuerchen im Innern, so dass man weniger friert und somit weniger empfindlich gegen Erkältungen wird. Zimt wirkt auch antiseptisch und regt Herz und Kreislauf an. Mit Zimt-Tee aus der Apotheke und scharfem Essen habe ich mal einen Hexenschuss kuriert – ganz ohne zusätzliche Medikamente.
  • Kurkuma färbt nicht nur das Essen (und Finger, Brettchen, Arbeitsfläche…), sondern hilft auch bei Magendarmbeschwerden, da es den Gallenfluss anregt.
  • Ohne Kreuzkümmel geht nichts in indischen Gerichten. Er hilft gegen Durchfall, Krämpfe, Blähungen. Gegen Atemwegserkrankungen einige Samen 2 Minuten  kauen und auszuspucken.
  • Bockshornklee wirkt entzündungshemmend, hilft bei Krampfadern oder Gelenkerkrankungen. Außerdem regt er den Gallenfluss an und senkt den Cholesterinspiegel.
  • Die entgiftenden Enzyme des Kardamoms helfen gegen einen Kater. Er lindert Magenschmerzen und Krämpfe. Zerkaut hilft er einen Knoblauchatem zu vertreiben.
  • Koriander wirkt beruhigend auf die Nerven, lindert Krämpfe und stärkt den Magen.
  • Macis, die Blüte der Muskatnuss, gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Muskatblüte und –nuss sind beide bakterienhemmend und verdauungsfördernd. Zuviel davon kann aber epileptische Anfälle, Halluzinationen oder Herzinfarkte auslösen. Also Vorsicht, bitte!
  • Tamarinde, die als Paste im Asiashop erhältlich ist und Fischcurries eine säuerliche Note verpasst, enthält so viel Vitamin C, dass sich Seefahrer mit ihr früher vor Skorbut geschützt haben. Sie gilt auch als schonendes Abführmittel.
  • Gewürznelken sind verdauungsfördernd, appetitanregend, schmerzstillend und desinfizierend. Bei akuten Zahnschmerzen kann das Kauen auf einer Nelke Linderung verschaffen, während man auf den Zahnarzttermin wartet. Nelkenöl wird sogar einigen Zahnfüllmaterialien zugesetzt.

Vorsicht: Schwangere sollten beim Umgang mit Gewürzen vorsichtig sein und lieber ihren Arzt fragen!

Eine große Auswahl indischer Rezepte gibt es unter:

http://www.indianfoodforever.com/

http://www.currydishes.com/

Indische Gewürze und Kochzubehör findet Ihr unter

www.indu-versand.e

Shopping-Tipp:

München: „Kohinoor“ in der Adolf-Kolping-Straße 10.

Frankfurter: Im Delta Münchner/Kaiser-/Weserstraße gibt es zahlreiche indisch-pakistanische Läden.

Buch-Tipp:

Ein großartiges Kochbuch mit authentischen Rezepten, Texten zu Kultur, Land und Leuten sowie umfangreichem Glossar zu Gewürzen, Menüs, Kochtechniken, Einkaufsmöglichkeiten und Literatur: „Indien. Küche und Kultur“ aus der GU-Reihe.

Leichte Indische Küche: „Fresh Indian

Und falls Ihr doch mal nicht selber kochen wollt, hier meine Restaurant-Tipps:

München: http://www.taj-mahal-muenchen.de/

Frankfurt: http://reisen.ciao.de/Indian_Curry_House_Frankfurt_am_Main__208105

Düsseldorf: http://www.tandoori-duesseldorf.de/index.htm

8 Antworten

  1. Danke für die Gastfreundlichkeit! Ich hoffe, Deinen Lesern gefällt mein kleiner Exkurs in die indische Küche. Für Fragen stehe ich immer gerne zur Verfügung 🙂

  2. […] Flasche Sangiovese, die uns (in dem Fall hätte ich fast nichts gegen MIR gehabt)  Julia und Markus für einen besonderen Moment geschenkt haben. Hmmmmm, so […]

  3. […] immer mal wieder gebeten, einen Gast-Beitrag zu schreiben.  (Schaut doch mal vorbei, was ich über indische Küche oder unsere privaten Weinproben geschrieben habe.) Das hat richtig Spaß gemacht! Und die vielen […]

  4. […] mal über die heilende Wirkung von Ingwer, Fenchel & Co. informieren. Dazu gibt es von mir hier einen Gastbeitrag in Annes Blog. Und selbst gemachte Curry-Mischungen sind auch immer ein schönes […]

  5. gefällt mir sehr gut Dein Artikel! Auch ich bin Fan indischer Gewürze/ Küche. In meinem Ort gebe ich daher regelmäßig Gewürzkurse an der VHS. Viele stellen dort das erste Mal selbst ihr Curry oder auch „nur“ ein individuelles Kräutersalz her und sind begeistert! Ein tolles und sinnliches Thema!! :-))

  6. Vielen Dank. Und danke natürlich an Anne, die mir den Platz für den Gastbeitrag eingeräumt hatte. Mehr indische Rezepte (auch für eigene Curry und Garam Masala Mischungen) findest Du auch in meinem eigenen Blog http://www.germanabendbrot.de CU, Julia

  7. […] mal über die heilende Wirkung von Ingwer, Fenchel & Co. informieren. Dazu gibt es von mir hier einen Gastbeitrag in Annes Blog. Und selbst gemachte Curry-Mischungen sind auch immer ein schönes […]

  8. […] immer mal wieder gebeten, einen Gast-Beitrag zu schreiben.  (Schaut doch mal vorbei, was ich über indische Küche oder unsere privaten Weinproben geschrieben habe.) Das hat richtig Spaß gemacht! Und die vielen […]

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