Resteessen und Single-Küche

Gestern war der Tag der Reste und der fing bereits beim Frühstück an.  Für einen luxuriösen Start in den Tag gab’s deshalb dekadenterweise ein Vollkornbrot mit Räucherlachs vom Wochenende und fürs Gewissen und die Obstbilanz eine Portion Jogurt mit (aufgetauten) Erdbeeren und ein paar Nüsschen. Lachs verbinde ich immer mit „sich was gönnen“ und einem gemütlichen Sonntagsfrühstücks, deshalb bin ich quasi mit einem Sonntagsgefühl aus dem Haus geschwebt.

Mit den Resten ging es mittags munter weiter. Zwischen 12.30 und 13.00 Uhr habe ich das letzte fränkische Würstchen und die letzte Portion Kartoffelbrei vom Sonntag schnabuliert. Kartoffelbrei gehört übrigens auch zu den Gerichten, die mit jedem Aufwärmen noch ein bisschen leckerer werden.

Dazu gabs‘ Karottensalat à la Ida…fast! Idas Milchlädchen ist eine kleine Brotzeitstube am Sendlinger Tor hier in München, bei der es einen unverschämt guten, cremigen Karottensalat gibt. Meine Version…

…mit Frischkäse,  Milch und Petersilie…

…war lecker, hat es aber irgendwie noch nicht ganz auf den Punkt getroffen. Ich glaube, die Karotten müssen ein bisschen angedünstet werden… und vielleicht ein bisschen Sahne statt dem Frischkäse???  Mein Ehrgeiz ist auf jeden Fall geweckt! 😉

Nach der Arbeit war ich beim Sport. Leider ist es hier immer noch viel zu kalt für Laufeinheiten an der frischen Luft (zumindest für meinen Geschmack). Deshalb musste ich mich im Fitnessstudio mal wieder in die Warteschlange vor dem Laufband einreihen.  Weil warten doof ist, habe ich spontan eine kleine Fahradnummer eingelegt und dabei festgestellt, dass man mit der richtigen Musik ohne weiteres selber eine Art Spinning-Session veranstalten kann. Bei 155 bis 160 Beats pro Minute kommt man ganz schön ins Schwitzen. Danach habe ich noch 7 km auf dem Laufband abgespult und hatte danach wenigstens das Gefühl, zurück im Training zu sein.

Weil ich am Nachmittag noch diverse andere Reste gegessen habe, die auf der Arbeit so rumstanden (Schokoladenreste,  mehr Schokoladenreste und noch mehr Schokoladenreste), habe ich auf ein großes Abendessen verzichtet. Drei Kiwis mit Jogurt, Walnüssen und Sonneblumenkerne waren die perfekte Maßnahme gegen den kleinen Hunger und gut fürs Gewissen. Und eine gute Grundlage für einen Beitrag zum Thema Single-Küche.

Das Thema beschäftigt mich schon eine Weile, schließlich bin ich quasi selber ein fünf-Tage-Single. Deshalb habe ich mich auch sehr über den Beitrag „Köstliche Rezepte aus der Single Küche“ in der letzten Brigitte gefreut!

Meiner Meinung nach kommt dieses Thema viel zu kurz. Komisch eigentlich, wo die Zahl der Mehrpersonenhaushalte in Deutschland doch kontinuierlich abnimmt. Nach Schätzungen des statistischen Bundesamtes leben heute 39 Prozent der Deutschen in Single-Haushalten. Ob sie dabei eine Partnerschaft haben oder nicht ist letztendlich egal: gekocht und gegessen wird meistens alleine – wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Will man sich als alleine lebender Mensch ausgewogen und gesund ernähren, ist das gar nicht so einfach.  Die meisten Gerichte sind für mindestens vier Personen konzipiert, dabei hat aber niemand Lust,  die ganze Woche dasselbe zu essen. Von den Verpackungsgrößen für fünfköpfige Familien mal ganz zu schweigen. Fertigpizzen, Mikrowellengerichte und Dosenfutter sind da eine vermeintlich praktische Alternative.

Ich habe eine Reihe von Tipps zusammen gestellt wie man auch als Single gesund und ausgewogen essen kann, ohne dass gleich zum Hauptsponsor der Tiefkühlindustrie zu werden.

  • Planung macht das Leben leichter: Mittwochs Auflauf, donnerstags Mehlspeise, freitags Fisch…das Prinzip „jeden Tag was anderes“ funktioniert für Single Haushalte nur bedingt. Zwei bis drei leckere Gerichte als Basis für die Woche reichen.
  • Lieblingsessen are a Singles best Friend! Das Gute am alleine Kochen ist, dass man nur auf einen Geschmack Rücksicht nehmen muss: nämlich den Eigenen! Lieblingsessen und -zutaten machen Lust auf Kochen und sollten deshalb möglichst oft auf den Teller kommen! Bei mir stehen im Moment deshalb ständig Auberginen, Broccoli und Kartoffelpüree auf dem Plan, allerdings ändert sich das auch je nach Jahreszeit.
  • Das Kleiderschrankprinzip: Bei der Planung eher in Portionen als in Rezepten denken und neue Kombinationen der Zutaten direkt mit einplanen. Eine Packung Hühnchenbrust lässt sich beispielsweise auf mehrere Gerichte aufteilen. Beim Klamottenkaufen achten wie ja auch (meistens) darauf, dass sich das neue Oberteil kombinieren lässt!
  • Yep, auch Reste wollen geplant sein: „Ich kann nicht mit zum Italiener, Zuhause muss der Bohneneintopf weg“ verdirbt einem nicht nur den Appetit auf den Eintopf sondern auch die Lust am Kochen. Stattdessen von vorne herein einen Restetag einplanen. So bleibt man flexibel und es wird nichts schlecht.
  • Weil ich es mir wert bin: Gerade wenn Du „nur“ für Dich selber kochst, achte auf die Qualität der Zutaten. Der Satz „Ach, lohnt sich nicht, ist ja nur für mich alleine“ in Kombination mit einer enttäuschenden Mahlzeit ist oft der Anfang vom Ende der Solo-Koch-Karriere. „Für mich nur das Beste“ sollte das neue Motto lauten!
  • Plan A ist gut, Plan I wie Improvisieren ist besser: Klappts mal mit der Planung nicht ganz so gut, ist das „was befindet sich noch so in meinen Kühlschrank-Spiel eine gute Sache. Hilfreich ist auch die 3-2-1 Pasta-Formel für genau solche Notfälle.
  • Aufwand sollte sich auch lohnen: Wenn ein Gericht länger als 10 Minuten dauert oder man für die Zubereitung mehr als eine Pfanne/ Topf benötigt, muss sich der Aufwand auch lohnen und ich habe am besten mehrere Tage was davon. Funktioniert besonders gut bei Suppen, Aufläufen und Beilagen wie Reis, Nudeln oder Kartoffelpüree.
  • Setting ist alles: Klar sollte man den Tisch auch für sich alleine schön decken, den Fernseher ausschalten und sich auf sein leckeres Essen konzentrieren. Guter Plan, der den Realitäts-Check aber nicht immer besteht. Selbst wenn’s auf Dinner mit den Toppmodels hinaus läuft – ein schön angerichtetes Essen, Messer, Gabel und Servierte, eine Kerze und ein Glas Wein dazu sollten trotzdem immer drin sein.

Vielleicht habt Ihr auch noch ein paar gute Ideen parat? Dann immer her damit!

2 Antworten

  1. Tolle Tipps. Danke! Ich habe das gleiche Problem und muss zudem mehr oder weniger selber kochen, da ich keine Lactose vertrage und somit Fertigessen wegfällt (vermiss ich aber auch nicht :-)).

    Noch eine Idee: die anderen Singlefrauen (und auch nicht Singlefrauen) zum Essen bzw. gemeinsam kochen einladen (die laden dann auch zurück ein ;)). Solche Abende machen einen Heidenspaß, das Essen und der Wein schmecken noch besser und man wird auch inspririert was zukünftige Rezepte betrifft.

    Liebe Grüße

  2. […] Bewegeung! Deshalb habe ich mir heute ein ganz besonderes Essen gegönnt: Spargelrisotto. Obwohl oder gerade weil ich heute Abend alleine […]

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