Kann man das Wasser aus der Kinzig trinken?

Der Titel klingt komisch, aber als ich heute meinen 30 km Lauf absolvierte, habe ich mir die Frage tatsächlich gestellt.

Dabei hat alles eigentlich ganz relaxed angefangen:

Da es heute um die 27 Grad werden sollte, bin ich trotz Urlaub um sieben Uhr aufgestanden, und um kurz nach acht losgerannt (an dieser Stelle darf das erste Mal applaudiert werden😉

Vorher gab es aber noch ein leichtes Frühstück:

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Knäckebrot mit Honig, Tee und ein paar Datteln.

Nach dem “Vorher”-Bild ging es los:

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Die ersten 15 Kilometer waren lässig: rechts und links der Schwarzwald, neben mir der Fluss und im Ohr der neueste Krimi von Cody McFadyen.

Ab und an habe ich ein paar Rentner getroffen, die mich freundlich grüßen – Running in Offenburg is like running in a Schwarzwälder Kitschroman!

Bis 09:30 Uhr wehte eine leichte Briese – Tempo,Puls und Spaßfaktor waren voll im Lot.

Aber danach wurde es wärmer – um nicht zu sagen heiß! Und bei der 15 km Marke merkte ich, dass ich anscheinend meine zweite Trinkflasche unterwegs verloren habe. So ein Mist!

Kann man das Wasser aus der Kinzig eigentlich trinken? Den Gedanken hatte ich wirklich – kein Scherz!

Danach war irgendwie der Wurm drin. Selbst wenn ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Durst gehabt hätte – nachdem klar war dass es nichts mehr gibt, gab es natürlich nichts verlockenderes als ein Schluck Wasser!

Nach 25 km kam ich zwar an einer Tankstelle vorbei und konnte das verbleibende Fläschchen auftanken, das hat dann aber auch nicht mehr viel geholfen. Zu meiner persönlichen Schande muss ich ja sagen, dass ich am Ende sogar ein paar Meter gegangen bin. Aber zum Durst hatte ich auf einmal Bauchschmerzen, schwere Beine und Rippenzwicken….das volle Programm eben!

Die Moral war so was von im Keller und hat sich erst auf den letzten 3 km wieder rausgewagt. Mir war wichtig Ü-30 km zu laufen, deshalb habe ich am Ende noch eine kleine Extrarunde um den Block gedreht ( auf die 400 Meter bin ich besonders Stolz!) und bin schließlich bei 30,34 km stehen geblieben.

Naja, immerhin das hat geklappt!

Hier noch das “Nachher”-Bild:

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Anscheinend fange ich bei Anstrengung an zu schielen?!

Und das wohlverdiente zweite Frühstück:

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Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren mit Jogurt! Fast zu schade zum Essen!

Nicht mein bester Trainingstag! Wir definitiv unter “Erfahrung” verbucht!

Frage in die Runde: Keine Frage sondern eher eine Bitte nach Bestätigung – ihr seit sicherlich auch schon mal trocken gelaufen, oder? Bitte zahlreich bestätigen…dann fühle ich mich besser😉

8 Antworten

  1. Trocken gelaufen? Oh ja …

    Das schlimmste Mal war beim PTL. Es war der Donnerstag, der zweite Lauftag, extrem heiß. Mein Laufpartner und ich liefen an einem Wasserfall den Berg hinab, bis wir realisierten, dass der Depp den Weg auf dem Garmin falsch interpretiert hatte, also alles wieder rauf.
    Die Flaschen waren noch halb voll, warum also auffüllen?

    Nach dem Wasserfall ging es weiter in die Höhe und die Flaschen wurden leerer und leerer und bekam richtiggehend Angst. Irgendwann auf dem Berg, ich war schon komplett trocken und meine Gedanken kreisten nur noch um das Wasser, sah ich zwei Französinnen sich sonnen.
    Ich hin, mit den Äuglein geblinkert und um Wasser gebeten. Eine halbe Flasche Mountain Dew, ekliges Zeug, aber flüssig.

    Also weiter, aber immer noch kein Wasser. Über den Kamm und die Alm herunter. Eine Hütte ohne „Besatzung“, eine Kuhweide und ein Rinnsal.
    Wasser, das eklig schmeckte, wohl, weil es durch die Kuhfladen lief. Egal, Hauptsache nass.

    Erst eine Stunde später, eine lange Stunde mit nach Kuhkacke schmeckendem Wasser später, kam ein Ort und eine Italienerin rief uns in den Garten, wo ein Brunnen lief.
    Ich verstand nicht alles von ihr, nur so viel: einige Läufer vor uns waren dort am gleichen Punkt.

    Gott, wie toll kann frisches Wasser sein!

  2. ich hab mich sogar schon mal mit letzter kraft in ein lokal geschleppt und dort mit hochrotem kopf ein glas wasser verlangt😉 also ja, denke das passiert jedem mal!! und ich bin dabei gar nicht über 30km gelaufen, wow, echt respekt! udn das du danach dann auch noch so toll aussiehst…. schöne ostern!!!! lg aus amerika! Ulli

  3. Bestätigt. Aber Trinkflaschen torpedoartig als Antrieb nach hinten abschießen ist cooler. Ich hatte Kohlensäure reingepackt, ich Trottel ich.😉

  4. Ich glaube, im Zweifelsfall schadet das Dehydrieren mehr als ein Schluck aus der Kinzig. Aber ich hätte wahrscheinlich auch nicht aus dem Fluss getrunken. Trotzdem: Respekt für 30 km. Wann ist der Marathon? Immerhin gibt es da Versorgungsstationen😉

  5. Auch ich wollte gerade schreiben: Wasser aus der Kinzig ist sicher besser als KEIN Wasser – das hat GAB ja schon vor mir getan. Kennst du denn diese Camelbags (kleine Rucksäcke für Wasser), die sehe ich immer in amerikanischen Laufblogs? Das scheint mir sehr praktisch.

    • Ich konnte mir das bisher nie so ganz vorstellen, weil ich das Rumhüpfen des Rucksacks noch von diversen Sprints zum Schulbus unangenehm in Erinnerung habe. Aber die Trinkrucksäcke sind ja eigentlich super flach – das müßte schon gehen. Danke für den Tipp – werde ich mal im Hinterkopf behalten🙂

      • Hehe, diese Sprints kenne ich auch…guck doch mal bei katheats.com oder ohsheglows.com (2 meiner Lieblingsblogs) – die beiden Blogerinnen sind total begeistert von den Dingern; ich nehme mal an, dass die Hersteller einen Weg gefunden haben, das uns bekannte Rumhüpfen zu unterbinden – vielleicht tatsächlich, weil sie ziemlich flach sind, wie du schreibst.

      • Oh, noch ein katheeats-Fan😉

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