Gutenberg Marathon Mainz: So wars

Im Januar habe ich mich für den Gutenberg Marathon in Mainz angemeldet. Mein großer Traum, seitdem ich beim ersten Marathon an der Strecke stand und die Läufer angefeuert habe. Und gestern habe ich es geschafft! Ich bin Marathon Läuferin!

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Eigentlich dachte ich, dass ich vor Aufregung und dem schweren Essen im neuen Vapiano in Mainz (nicht zu empfehlen!) in der Nacht vor dem Marathon kaum schlafen würde. Aber ich schlief bis zum Weckerklingeln um 7.00 Uhr durch wie ein Baby.

Zum Frühstück gab es ein großes Marmeladenbrot, ein paar Erdbeeren, eine Tasse Kaffee, viel Wasser, den Wetterbericht und eine erste Lagebesprechung mit meinem Vater, der den Halbmarathon mitgelaufen ist.

The Plan

Danach habe ich ganz schnell nochmal meinen Plan korrigiert. Eigentlich wollte ich mich an einem Schnitt von 6:20 –06:30 Min/ km orientieren. Nachdem aber Temperaturen bis zu 28 Grad und strahlender Sonnenschein vorher gesagt wurden, habe ich das nochmal nach hinten korrigiert. Lieber langsam und safe, mit Trinkpause bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Nach dem Frühstück drehe mein Magen noch ein paar Purzelbäume und ich ein paar Runden ums Ecksche, dann war das Thema Lampenfieber (gibt es dazu auch ein Sport-Äquivalent???)  abgehakt.

In der Stadt lieferte ich meinen Vater bei den schnellen Läufern ab (ich sage nur Zielzeit 1:41 für den HM) und reihte mich selber ganz hinten ein. Ich habe bei großen Veranstaltungen nämlich immer die Tendenz, mich tempomäßig komplett an meinem Umfeld zu orientieren. Und wenn das Umfeld den Marathon in 3:10 Stunden läuft, renne ich das Tempo 5 km mit und kann danach nicht mehr. Also lieber laaaangsam anfangen.

09:30 Uhr: Start!

…und um 09:40 Uhr trabte ich dann auch mal über die Startlinie….mit ein paar Tränchen in den Augen, weil mich diese Massenstarts immer so verdammt sentimental machen. Und das wurde die nächsten Kilometer kaum besser: Lustige T-Shirts, ein laufender Finther Gickel, das Mainzer Schloss, die Sprüche der Moderatoren am Rand, meine Rheinallee, Mombach mit seinen vielen Bands und Zuschauern, die aufgeregten Kiddies in der ersten Wechselzone des Schülerlaufs….ich hätte dauernd heulen können vor Glück. Aber Seitenstechen und Schnappatmung sind trotz  Glücksgefühle uncool – deshalb hab ich mich ab km 5 zusammen gerissen.

Bei Kilometer 9 quatschte mich ein Mädel von der Seite an: “Ey, wir laufen schon die ganze Zeit das selbe Tempo, hast Du Lust zusammen zu laufen”? Danach liefen wir bis Kilometer 18 zusammen und hatten riesigen Spaß dabei. Wer hätte gedacht, dass man sich bei einem Marathon so nett unterhalten kann :-).

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Danke Margot!!!

Halbzeit

Die ersten 21 km waren mein bisher schönstes Halbmarathonerlebnis: tolles Wetter, gute Beine und sensationelle Stimmung. In den Zielbereich reinlaufen und unter dem Jubel der Menschenmasse in die zweite Runde einsteigen war einfach überwältigend!

Danach ging es über die Brücke nach Mainz-Kastel rüber und das war dann leider nicht mehr ganz so schön. Insgesamt sind rund 1300 Läufer von insgesamt 9500 Teilnehmern den Marathon gelaufen und dementsprechend dünn war nach der Halbmarathonmarke auch das Feld – und die Zuschauerreihen.

Mantra

Kilometer 25 bis 30 waren heiß, anstrengend und langweilig. Außerdem waren die bis dato üppig verteilten Wasserstellen etwas spärlicher gesät. Zeit, mein neues Motivationsmantra auszuprobieren:  Am Tag vorher hatte ich in der Runners World einen Artikel über den Sieg von Uta Pipping beim Boston Marathon 1996 gelesen. Pipping litt den größten Teil der Strecke unter Durchfall und Unterleibskrämpfen, gewann den Marathon aber trotzdem in einer neuen Rekordzeit. Was sind dagegen schon ein bisschen Sonne und schwere Beine….

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Am kämpfen!

Rechenübung

Nach Kastel kam wieder Mombach – und noch mehr menschenleere Werbegebiete. 😦

Mein Lichtblick: nach Mombach kommt die 35 km Marke, von da ist es nicht mehr weit zur 37 km Marke und von da sind es nur noch 5 km.

Deliriumlogik! Für diese Rechenleistung brauchte ich übrigens 2 km und alle 10 Finger.

Ab Kilometer 35 konnte ich aber nochmal aufdrehen und auch einige Leute überholt.  Meine Zeiten wurden nochmal schneller und ich fühlte mich auch wieder fitter.

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Vor der Christuskirche – im August gibts noch mehr Bilder davon

Nach einem kleinen Durchhänger bei Kilometer 40 drängte mich der letzte Rest Willenskraft zu einem kleinen Endspurt und ich war im Ziel!

Feddisch!

Ins Ziel kommen war unglaublich….alle jubelten: Freund, Mutter, Freundin…ich konnte kaum atmen, weil ich lachen, weinen und gleichzeitig Luft holen wollte und dann …war mein Kopf einfach nur noch Leer. Wenn man sich 4:41 Stunden auf ein Ziel konzentriert und es dann erreicht, fällt man irgendwie ein ein kleines Loch. Ein sehr krasses Gefühl!

Zum Glück holen die schmerzenden Beine einen ganz schnell wieder in die Realität zurück und dann übernehmen Freude, Stolz, Durst und ein wahnsinnig großes “Wie-geil-ich-kanns-nicht-glauben”-Grinsen. Das habe ich übrigens immer noch im Gesicht und da wird es wohl auch noch ein paar Tage bleiben!

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Alleine hätte ich es aber nicht geschafft, deshalb:

  • Vielen Dank an Mr. Rudy, der mir an winterlichen Rumfleez-Sonntagen Beine gemacht hat.
  • Vielen Dank an mein Supporter-Team an der Strecke: meine Mutter, Mr. Rudy, Lydia und Floris.
  • Vielen Dank an meine Online-Supporter: allen voran Julia von German Abendbrot (Dein Post heute hat mich so gerührt! ) Laufline, Miss Monster, SarahEmilyläuftMarathon und all die anderen laufenden Onlinern.

Geschafft!

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Kann man das Wasser aus der Kinzig trinken?

Der Titel klingt komisch, aber als ich heute meinen 30 km Lauf absolvierte, habe ich mir die Frage tatsächlich gestellt.

Dabei hat alles eigentlich ganz relaxed angefangen:

Da es heute um die 27 Grad werden sollte, bin ich trotz Urlaub um sieben Uhr aufgestanden, und um kurz nach acht losgerannt (an dieser Stelle darf das erste Mal applaudiert werden 😉

Vorher gab es aber noch ein leichtes Frühstück:

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Knäckebrot mit Honig, Tee und ein paar Datteln.

Nach dem “Vorher”-Bild ging es los:

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Die ersten 15 Kilometer waren lässig: rechts und links der Schwarzwald, neben mir der Fluss und im Ohr der neueste Krimi von Cody McFadyen.

Ab und an habe ich ein paar Rentner getroffen, die mich freundlich grüßen – Running in Offenburg is like running in a Schwarzwälder Kitschroman!

Bis 09:30 Uhr wehte eine leichte Briese – Tempo,Puls und Spaßfaktor waren voll im Lot.

Aber danach wurde es wärmer – um nicht zu sagen heiß! Und bei der 15 km Marke merkte ich, dass ich anscheinend meine zweite Trinkflasche unterwegs verloren habe. So ein Mist!

Kann man das Wasser aus der Kinzig eigentlich trinken? Den Gedanken hatte ich wirklich – kein Scherz!

Danach war irgendwie der Wurm drin. Selbst wenn ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Durst gehabt hätte – nachdem klar war dass es nichts mehr gibt, gab es natürlich nichts verlockenderes als ein Schluck Wasser!

Nach 25 km kam ich zwar an einer Tankstelle vorbei und konnte das verbleibende Fläschchen auftanken, das hat dann aber auch nicht mehr viel geholfen. Zu meiner persönlichen Schande muss ich ja sagen, dass ich am Ende sogar ein paar Meter gegangen bin. Aber zum Durst hatte ich auf einmal Bauchschmerzen, schwere Beine und Rippenzwicken….das volle Programm eben!

Die Moral war so was von im Keller und hat sich erst auf den letzten 3 km wieder rausgewagt. Mir war wichtig Ü-30 km zu laufen, deshalb habe ich am Ende noch eine kleine Extrarunde um den Block gedreht ( auf die 400 Meter bin ich besonders Stolz!) und bin schließlich bei 30,34 km stehen geblieben.

Naja, immerhin das hat geklappt!

Hier noch das “Nachher”-Bild:

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Anscheinend fange ich bei Anstrengung an zu schielen?!

Und das wohlverdiente zweite Frühstück:

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Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren mit Jogurt! Fast zu schade zum Essen!

Nicht mein bester Trainingstag! Wir definitiv unter “Erfahrung” verbucht!

Frage in die Runde: Keine Frage sondern eher eine Bitte nach Bestätigung – ihr seit sicherlich auch schon mal trocken gelaufen, oder? Bitte zahlreich bestätigen…dann fühle ich mich besser 😉

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